Jugendfeuerwehr Hainstadt

...Jugend an den Schlauch

 
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home

Berufsfeuerwehrtag 2010

24 Stundenschicht im Feuerwehrhaus Hainstadt. Das ist nicht einfach, denn es ging heiß zur Sache an unserem bisher dritten Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Hainstadt.


Samstag, 14:00 Uhr: Dienstbeginn für die „Wachabteilung“ der Hainstädter Jugendfeuerwehr und des Jugendrotkreuzes. 23 Jungen und Mädchen sowie zehn Ausbilder und Betreuer finden sich pünktlich auf der Feuerwache in der Schillerstraße ein, um für die nächsten 24 Stunden einen so genannten Berufsfeuerwehrtag durchzuführen. Bis Sonntag 14:00 Uhr leben und arbeiten sie alle zusammen, wie eine Dienstschicht der Berufsfeuerwehr. Es stehen viele verschiedene Themen auf dem Dienstplan: Fahrzeug- und Gerätekunde, theoretischer Unterricht, Fortbildung in Erster Hilfe. Aber auch gegessen und geschlafen wird im Feuerwehrhaus. Mit den insgesamt über 30 Teilnehmern können fast alle Fahrzeuge der Hainstädter Feuerwehr, das Kinderlöschfahrzeug (KLF) und ein Rettungswagen des DRK besetzt werden.

Bereits um 14:35 kommt die erste Alarmierung. Während alle gespannt der Durchsage lauschen, kommt schnell die Ernüchterung. „Nur“ ein Einsatz für den Rettungswagen: Eine verletzte Person muss nach einem Fahrradsturz versorgt werden. Der anschließende Unterricht wird dann jedoch schon um 15:50 ebenfalls unterbrochen. Fünf Fahrzeuge sollen zu einem schweren Verkehrsunfall ausrücken, bei dem eine Person verletzt und eine Person im Fahrzeug eingeklemmt wurde. Der zurückbleibende Teil der Mannschaft wird kurz darauf gefordert: Ein Waldbrand ist mit zwei C-Rohren zu löschen.

Als alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit auf der Wache sind, steht Dienstsport auf dem Programm. Doch (wer hätte es gedacht) noch während der Sportspiele müssen die Drehleiter und weitere Fahrzeuge ausrücken: Es droht eine Person vom Dach zu stürzen. Noch während der Versorgung durch das Jugendrotkreuz wird der Rest der Mannschaft aufgeschreckt. Ein PKW-Brand auf einem Feldweg muss mit Schaumangriff gelöscht werden – der große Auftritt für unser KLF.

Dann ist es Zeit für das Abendessen. Die Eltern und Geschwister aller Jugendlichen sind ebenfalls eingeladen. Und mitten im Essen ertönt erneut der Alarmgong: Das Tanklöschfahrzeug rückt zu einem brennenden Müllcontainer aus, der in der einsetzenden Dunkelheit eindrucksvoll glühend eine echte Herausforderung für die Löschkräfte ist. Nach dem Essen beginnt der gemütliche Teil: Bei einem Film wollen alle den Feierabend genießen, doch der Brand einer Gartenhütte am Langen Gewann fordert erneut den Einsatz aller Fahrzeuge. An Ruhe ist auch danach nicht zu denken, denn die Meldung einer vermissten Person erfordert eine (zum Glück kurze) Suche und zwei Personen können an den Rettungsdienst übergeben werden.

Dann kommt endlich die Nachtruhe. Am Sonntagmorgen ertönt der Gong mit einer schönen Durchsage an die Wachabteilung: „Aufstehen, waschen, es gibt Frühstück!“ Noch während des Aufstehens ertönt erneut der Gong. Alarmierung „Wasser im Keller“. Zwei Fahrzeuge rücken aus und haben diesen Einsatz schnell abgearbeitet, so dass dann alle gemeinsam frühstücken können.

Nach dem Frühstück werden dann die Betten und der Ruheraum aufgeräumt. Der Rettungsdienst wird da jedoch schon wieder zu einem Notfall gerufen. Da die Rettung der verletzten Person über das Treppenhaus nicht möglich ist, muss die Drehleiter zur Unterstützung ausrücken. Pünktlich zu Beginn einer Fortbildung in Erster Hilfe wird ein Teil der Wachabteilung zu einem Arbeitsunfall gerufen: Eine Person wurde unter einem schweren Arbeitsgerät eingeklemmt. Die Jugendfeuerwehr befreit die Person mittels Hebekissen und übergibt sie an den Rettungsdienst.

Der Erste Hilfe Kurs kann im Anschluss daran weiter gehen. Währenddessen wird auch das Mittagessen schon vorbereitet. Kurz vor Dienstschluss folgt noch ein Vollalarm für alle Kräfte: Eine Brandmeldeanlage hatte ausgelöst. Nach der Erkundung kann aber schnell festgestellt werden, dass der Brandmelder nur durch Zigarettenrauch ausgelöst wurde. Alle Fahrzeuge können zügig zurück auf die Feuerwache fahren. Um 14:00 Uhr am Sonntag ist dann pünktlich Dienstschluss. Eine ziemlich anstrengende Schicht steckt allen in den Knochen. Trotzdem sind sich alle einig, dass der Berufsfeuerwehrtag das Highlight dieses Jugendfeuerwehrjahres war. Glücklich, von Eindrücken übersprudelnd und etwas geschafft kehren die Teilnehmer zu ihren Familien zurück. Eine intensive und aufwändige Vorbereitung hat es ermöglicht, dass die 23 Kinder und Jugendlichen einen Tag lang in den Berufsfeuerwehralltag reinschnuppern konnten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Eltern, an die Betreuer und all die Helfer im Hintergrund, die diesen wunderbaren und ereignisreichen Tag ermöglicht haben.